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Geschäftsmodelle im Spielesektor

Dieser Beitrag war schon in Planung als ich noch am Einrichten des Blogs war. Ich wollte aber erst die Vorgeschichte und das Spiel Sparkle vorstellen. Die Gedanken zum Beitrag kamen mir beim Lesen des Beitrags Wird Diablo 3 kostenpflichtig? vom Blogger Mem und des Beitrags StarCraft 2 auf LAN-Party spielen vom Blogger Sothi. Beide Blog-Beiträge befassen sich mit den Geschäftsmodellen im Spielesektor / der Firma Activision Blizzard.

Kurz nachdem ich das Spiel Sparkle gekauft hatte, kam ich auf das Wimmelbild-Spiel “Die Geheimnisse des Vatikans”, von Gameloft.com welches wir für meine Freundin zuerst als Free- und dann als Vollversion erwarben.

Wimmelbild-Spiel:

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Die Geheimnisse des Vatikans – Erweiterte Version HD (AppStore Link) Die Geheimnisse des Vatikans – Erweiterte Version HD
Hersteller: Gameloft S.A.

Freigabe: 4+
Preis: 3.99 € Kaufen / Herunterladen

Ein Video zum Spiel:

httpv://www.youtube.com/watch?v=SRniijXIVJE

Bei einem Wimmelbild-Spiel geht es darum in einem Bild, in dem es vor Details nur so Wimmelt, einen oder mehrere Gegendstände zu finden. Dadurch schaltet man ein neues Bild frei und so entwickelt sich eine Geschichte. Eine simple Form von Point- & Click-Adventure. Keine technische Meisterleistung, aber ein netter Zeitvertreib.

Es geht nun nicht um dieses Spiel, sondern um ein weiteres Erlebnis, welches ich vor ein paar Tagen im “Saturn” hatte. Ich stand vor einem Regal mit PC-Spielen und eine ganze Ecke war voll von Spielen der Firma Purple-Hills. Mitten unter den PC-Spielen, alle so um die 20 Euro, stand das Spiel “Geheimnis des Vaticans”. Statt als iPad-App für 3,99 € kostete das Spiel den 5-fachen Preis. Eine Produktübersicht habe ich auch bei Amazon.de gefunden. Dort kosteten alle Spiele dann 9,99 €.

Ein Blick ins Impressum von Purple-Hills.de zeigte Firmensitz Ulm an. Gameloft-Deutschland sitzt in Köln, das war also nicht die einfache Lösung. Trotzdem habe ich den Verdacht einer guten Kooperation zwischen den beiden Firmen, denn auch weitere Gameloft-Spiele fand ich in der Produktliste von Purple-Hills.de.

Cross-Plattform-Entwicklung aus Kostengründen – Klar.

Schauen wir ein paar Jahre zurück: Geschäftsmodelle im Spielesektor – Damals und Heute. Als ich meinen Atari 800 XL bekam hatten viele Leute einen C64. Und ich kannte einen jungen Burschen mit 500 Disketten. Randvoll mit raubkopierten Spielen.

Hat er im juristischen Sinne ein Verbrechen begangen? Ja. Raubkopien.

Hat er im moralischen Sinne ein Verbrechen begangen? Naja…

…er hat nur wenige der Spiel wirklich gespielt. Es war mehr ein Disketten “Horten” als Spielen. Sammlerleidenschaft. Vermutlich hat der Hersteller der Disketten mehr Verdient als die Spielehersteller. Im juristischen Sinne ist aber der Spielebranche ein Schaden entstanden!

Das führte nach einer ersten Abkehr von Spielekonsolen einige Jahre später zur Playstation usw. Mit diesen geschlossenen Systemen fühlten sich die Spieleentwickler sicherer, da die Spieler nicht mehr ohne Probleme Kopien anfertigen konnten. Und es führte zum florienden Markt der geknackten Konsolen. Nur die PC-Spielebranche blieb ein Problem. Dort wurde munter Raubkopiert.

Die Kopierschutzsysteme wuchsen und wurden immer Ausgefallener. Stichwort: “Spore” in der jüngsten Zeit. Doch vor ein paar Jahren schon kamen die Spieleentwickler durch das Wachsen des Internets auf eine andere Idee. Spiele mit Online-Modus (LAN und später Web). Wenn alle Spieler an einen Server vom Spieleentwickler angeschlossen sind, dann gibt es keine Raubkopien. Die wenigen Free-Shard-Spieler werden als Schwund angesehen.

Damit schien das Lizenz- & Raubkopienproblem gelöst. Oder? Geschlossene Systeme und dazu Zählen in dem Sinne auch Online-Spiele sind sicher für den Entwickler. Wer Spielen will zahlt.

Dies führt zu dem Problem der Einstiegskosten für ein neues Spiel. Ein Spieler von Online-Spielen ist oft so an ein Spiel gebunden, das er kaum Bereit ist einen Wechsel vorzunehmen. Was tun?

Während sich in Europa und USA das Abo-Modell für Online-Spiele durchgesetzt hat, wurde in Asien das Zeitkonto-Modell geboren, bei dem Spieler je Spielstunde zahlen. Außerdem kam dort auch das Free2Play in Mode, bei dem ein Spieler zum Spielstart keine Kosten tragen muss, jedoch beim wachsenden Spielerlebniss kleine Beträge an den Entwickler für diverse Dienstleistungen zahlt. Auch die Facebook-Social-Games fallen unter F2P.

iPad

Auf meine iPad haben die Entwickler eine herrliche Situation. Ich kann nur Spiele spielen, die ich gekauft habe im App-Store. Den Entwicklern entgehen keine Umsätze. Da es keine Free2Play oder Abo- / Zeit-Modelle gibt bieten mir viele Entwickler Spiele als Demos an, also als kostenlose Testversion. Wenn ich dann das ganze Spiel spielen möchte muss ich Zahlen. Erfreulich viele Spiele sind auf dem iPad und iPhone sehr günstig. Zum Beispiel kostete das Spiele zum Film Avatar zur Zeit 0,79 €. Leider ist das Angebot ausgelaufen. Ich hatte die Info via Twitter weitergegeben.

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James Cameron's Avatar (AppStore Link) James Cameron's Avatar
Hersteller: Gameloft S.A.

Freigabe: 9+
Preis: 3.99 € Kaufen / Herunterladen

Hier ein Video dazu:

httpv://www.youtube.com/watch?v=Yj8YlM4gFMI

Stichwort Cross-Gaming-Entwicklung: Das Spiel für die Wii kostet im Laden teilweise 40 Euro und bei Amazon.de 27,99 Euro. Die PC-Fassung von Avatar kostet bei Amazon gerade 23,19 Euro. Die Grafik ist natürlich ein Stück besser als auf dem iPad. Aber für 79 Cent, da bin ich sehr zufrieden.

Hier zum Vergleich eine Review der PC-Fassung:

httpv://www.youtube.com/watch?v=yJjM2GLh9e8

Warnung: Die neue Kino-Fassung hat zwar ein paar neue Szenen, aber im Herbst kommt eine neue DVD heraus mit nochmals 16 Minuten weiterer Story. (Quelle: Wired)

Fazit & Ausblick

Auch wenn ich auf Gedeih und Verderb an den App-Store gebunden bin, so sind Entwickler auch auf uns Konsumenten angewiesen. Egal ob ich nun einen Android-App-Store oder einen iOS-App-Store habe, solange die Spieleentwickler angemessene Preise aufrufen und die Spieler bereit sind diese Preise zu zahlen scheint das Geschäftsmodell zur funktionieren.

Wenn in der nächsten Zeit PC-Online-Spiele auf dem PC immer mehr F2P- oder zeitbasierte Abrechnungsmodelle einführen, dann stellt sich die Frage was mit dem Mobile-Sektor passiert. Ich denke auch hier werden Online-Spiele an den Start gehen. Nicht des Kopierschutzes wegen, sondern um die neuen Möglichkeiten wie LBS der iPads / WeePads / Slates usw. auszuschöpfen.

Ich freue mich auf Eure Gedanken zu diesem Beitrag!

Viele Grüße aus Essen,

Gerhard Schröder

PS: Ich habe die Seite Über mich und das Gästebuch ergänzt. Morgen ein Beitrag zum Thema Steuerung auf dem iPad.

9 Kommentare

  1. Mit Pocket Legends gibt es ja bereits die ersten Gehversuche in diesem Sektor. Dabei wird auf den Kauf von Kampagnen per In-App Zahlung gesetzt.

    Die Idee an sich finde ich gut, nur leider ist besonders das Geschäftsmodell der MMos in seiner Entwicklung unglaublich teuer, weshalb die ersten Gehversuche hier auch eher unausgereifter Natur sind.

    Ein weiterer Weg den viele Entwickler mittlerweile gehen wollen ist das hinzufügen von Funktionen via Apps wie es beispielsweise Blizzard gemacht hat. Details siehe hier

    Zwar sind diese Apps eher rudimentäre Informationslieferanten, langfristig sollen sie die Kundenbindung durch eine Integration des Chats und des Auktionshauses jedoch weiter festigen. Fallen Earth hatte hier bereits zu Release ein App angekündigt, dass zusätzlich noch den Zugriff auf die Craftingfunktionen ermöglicht (jedoch wurde dies meines Wissens nach aus Kostengründen auf Eis gelegt) und auch für WAR scheint es Pläne für ein App zu geben.

    Alles in allem ein sehr interessanter Geschäftsbereich bei dem die Margen jedoch sehr gering sind und nur durch eine Masse an Verkäufen kompensiert werden können. Besonders im App-Store ist das Preisgefüge einfach im Keller.

    Ein weiteres Problem speziell bei iPhone Apps ist, dass viele Entwickler möglichst alle iOS Plattformen ansprechen wollen und so immer noch für das 2G und 3G Programmieren. Diese verfügen jedoch im Vergleich zu einem iPhone 4 über eine sehr langsame Hardware, weshalb dort aktuell nicht die technischen Möglichkeiten voll ausgelotet werden.

    Antworten
    • Danke Jan!

      Den Hinweis auf Pocket Legends hattest Du mir die Tage schon gegeben via Skype. Ich werde das Spiel die Tage ausprobieren. Bin noch für sicher 2 Wochen Krankgeschrieben und werde die Zeit u.a. zum Spielen nutzen.

      Von der Fallen Earth-App hatte ich noch nichts gehört. Dort wurde inzwischen viele Entwickler entlassen. Ich hoffe trotzdem das dieses Nischen-MMO seinen Weg macht.

      Die WoW-Apps hatte ich vor Wochen schon bemerkt, spiele jedoch seit Jahren kein WoW mehr.

      Viele Grüße aus Essen,

      Gerd

      Antworten
  2. Pingback: erdknuffel - Die ewige Zitadelle

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