Wird es ein Buch 2.0 geben?

oder… Ein Buch ist ein Buch ist ein Buch…

Wenn denn ein Buch noch ein Buch ist. Womit wir beim Thema des heutigen Beitrags sind. “Bücher” unterliegen einem Wandel. Damals war ein Buch eine Lizenz für einen Text gebunden an eine reale Ware, dem Papier. Heute ist ein eBook eine Lizenz ohne eine reale Ware. Es bleibt nur der digitale Text.

In den letzten Tagen habe ich durch zwei Interviews ein interaktives Hörbuch von Audiogent “Raumzeit 01″ und ein interaktives Kinderbuch von Actionboox “Ritterburg” vorgestellt. Buchverlage wie Rowohlt: Enhanced eBooks zur Buchmesse kündigen nun interaktive Bücher als Upgrade zum normalen Buch / eBook anzubieten. Eine Art Buch 1.5. Es gibt mit Alice im Wunderland oder dem Vampir-Klassiker hier…

httpv://www.youtube.com/watch?v=uzK0Y2oYVxw

…tolle Beispiele. Nun ist der Roman um Graf Dracula aber kein normales Buch. Wer die Original-Story kennt, der weiß um den Tagebuch-Charakter des Texts. Das machte zur damaligen Zeit mit den Reiz der Geschichte aus.

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Auch wenn ich kein großer Freund vom Vampir-Hype bin,
kann ich an der Stelle drei “alte” Interviews anbieten:

- Markus Heitz
- Steven Savile
- Andreas Decker (Übersetzer)

Das Buch “Dracula” gibt es auch als kostenlose Buch-App:

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Ein nicht-normale Handlung, die schon in Textform ein Tagebuch als Fragmente darstellte, schreit ja nach einer interaktiven Fassung. Wer z.B. die Filme “Snatch” oder “Jackie Brown” oder die TV-Serie “LOST” kennt, kann mit zeitlichen Handlungssprüngen etwas Anfangen. Die Geschichte eignet sich besser für eine interaktive Umsetzung als eine lineare Handlung. Was können Buchverlage denn tun, um nicht die gleichen Fehler zu begehen, wie die Film- und Musik-Industrie im Zeitalter der digitalen Ware “Buch”?

Erste Versuche scheinen in die Richtung Buch 1.5 zu weisen, dem eBook werden Zusatzinformationen beigefügt. Vorbilder: Musiker legen einem digitalen Album Bonus-Tracks bei, auf einer DVD sind ein Making Of usw. Diese Zusatzinhalte sollen ein entsprechenden Preis rechtfertigen. Stichwort Preis: Deutschland mit seiner göttlichen Buchpreisbindung ist ein Sonderfall. Ansonsten gibt es die eBooks zu günstigeren Preisen als in die gedruckte Version. Wenn denn der Wunschtitel verfügbar ist. Siehe eine eBook-Odyssee.

Zurück zum Thema: Bücher als lineare Geschichten sind keine gute Grundlage für interaktive Bücher. Und von einem sogenannten interaktiven Text ist der Sprung zum Textadventure ein kleiner Hüpfer. Wo ist dann die Zukunft des Buchs? Im Papier zum höheren Preis und als eBook zum kleineren Preis? Als eBook-Deluxe zum mittleren Preis?

Gretchen-Frage: Sind klassische Romane, die für Buch 1.0 geschrieben werden eine gute Grundlage für interaktive Bücher, oder sind interaktive Bücher eine digitale Umsetzung der Spielebücher, bei denen wir vor vielen Jahren “auf Seite 222 geblättert” haben um den Tatzelwurm zu besiegen. Verschwimmen nun die Grenzen zwischen Papier und digitaler Vorlage? Oh, ein freudscher Verschreiber… Löst sich das interaktive Buch als Logikwölkchen im Land der digitalen, unbegrenzten Möglichkeiten auf? Erhalten wir dann jemals ein Buch 2.0?

Meine These: Ein Buch 1.0 ist ein Buch 1.5, aber kein Buch 2.0. Bücher 2.0 kennen wir schon seit Jahren als Computerspiele. Die Grenzen sind gerade gewaltig am Verschwimmen. Und Geschäftsmodelle bekannter Unternehmen schwimmen mit – den Bach herunter. Je mehr ich über das Thema nachdenke… mir fallen keine Lösungsansätze für klassische Verlage ein. Klar, die Bücher können aufgemotzt werden mit Krims-Krams, aber wenn ich vor meinem geistigen Auge einen Film ablaufen lassen möchte aka LESEN, dann brauche ich keine Bilder und keine Buttons zum interagieren.

Wir brauchen für echte, interaktive Geschichten einen neuen Begriff, der nichts mehr mit Büchern = Buchdeckel usw. zu tun hat. So wie sich das Text-Adventure = GEHE WEST weiterentwickelt hat zum Grafik-Adventure und dann zum Point-and-Click-Adventure, so wird auch das Medium “Buch 2.0″ einen neuen Namen erhalten. Vorschläge erbeten.

Ich schnappe mir nun meine am Samstag im CentrO gekaufte Neuromancer-Triologie, 992 Seiten, 743 g Papier, und beginne auf Seite 1. Ich blättere um bis ich am Ende der Geschichte angelangt bin. Blättern ist auch eine Art “Interaktion”, oder?

Viele Grüße aus Essen,

Gerhard Schröder

PS: Habe erst eben den Beitrag Enriched E-Books – Nicht Fisch, nicht Fleisch von @SteffenMeier entdeckt.

PSS / Update: Bei BasicThinking: Die junge Generation schreit nach E-Books – doch die Verlage bleiben taub

Interview: “Esenthel” MMORPG-Demo

Manchmal streift man nur durchs Netz, auf der Suche nach einer Information und findet eine andere Information. Normalerweise versende ich dann den Link per Twitter. Bei dieser Info wurde ich Neugierig und fragte nach: Grzegorz Ślaziński ist ein Entwickler für 3D-Engines aus Polen, seine Webseite: esenthel.com. Für Leute, die MMORPGs mögen - Siehe iPad + MMORPG = ? - ist die Aussicht auf eine 3D-Engine aus einem 1-Mann-Entwicklerteam eine tolle Sache. Vielleicht sehen wir ja bald ein weniger comic-haftes RPG als Pocket Legends für das iPad auf dem Markt?

Grzegorz, you start with computers like me… In the early stone-age of “Sinclair” . What was you long road to your actual project?

Exactly, my road is very very long. From the moment I’ve started learning programming, I wanted to make a game first, but in order to make a game I needed to make some library which would handle graphics, input, etc. So I started working on it, first initially in Dos operating system under Turbo Pascal, then I’ve switched to DJGPP C++ still under Dos, followed by Windows with DirectDraw, then Direct3D, ending on Windows DirectX 9, 10, 11, Mac, iPhone, iPad, iPod. I did start programming on ZX Spectrum and Commodore 64, but there I was only capable of drawing snowman using built-in “circle” function, or writing text-based adventure games about Smurfs. The actual engine beginnings has started later in DOS.

Your 3D-engine seems to work on an iPad. I found these video…

httpv://www.youtube.com/watch?v=DZv8ZHtZXkI

Yes, initially I wasn’t interested in mobile devices, I thought they’re too slow, and can’t handle more complex graphics functions like shaders. Once my clients started expressing interest in mobile platforms, I took a deeper look into the devices, and learned that they actually do have some power. Because of that I started porting the engine to Mac first, since making games for iPhone, iPad and iPod is available only under Mac. Porting to Mac allowed me to get familiar with Apple based API’s, and OpenGL. Once the port was finished, I quickly proceeded to finishing ports for mobile devices, month later it was ready and now you can see the effects.

On your website I found several names as part of the development-team. Programmer, artists etc. How far is the engine your personal work? In other words: Is it today possible to develope such a 3D-engine in a small team like John Carmac in his early days?

I assume you mean development team of the demos like Esenthel RPG 2? The demos were made with the help of some very tallented people, however as for the engine, I’m the only developer.

The Video shows an 3D-engine for an MMO on the iPad. Is it right, that you start to develope a complete mmo for the iPhone / iPad, or do you develope -like in the past- a technical framework for developers?

he demo is not MMO, it’s a tech-demo of the engine, with only single player capabilities. The engine can be extended by adding the multiplayer functionality manually. There are currently 4 MMO games being developed by companies which all have created MMO’s in the past. 2 of the MMO’s should be available at the end of this year, to which I’m very excited.

Anmerkung: Tales of Ocean Fantasy Online und 惊天动地II (C2), beide von moliyo.com sind die 2 MMOs. Der chinesische MMORPG-Markt BOOMT!

The Video shows an interface like the Epic-Demo based on the Unreal-Engine: Touch to a point and walk to this point. Do you plan a joystick-like interface as several other games?

The Esenthel RPG2 demo features both joystick-based controls, and automatic pathfinding when double clicking on a location.

One last question: How long do you need in total to transfer your code from an PC-System to a mobile device?

More difficult was porting the engine to Mac, adding OpenGL support, Posix based interfaces for files and threads management, Apple specific API’s, which took approximately 3-5 months. When Mac port was ready, porting the engine to Mobile devices was easier, and took only about 1 month.

Soviel vom Entwickler der Demo. Danke!

Viele Grüße aus Essen,

Gerhard Schröder

PS: Entschuldigt die vielen Interviews in der kurzen Zeit. Zwischen dem Versenden der Fragen und den Antworten vergeht teilweise mehr oder weniger Zeit. So kam es nun zu einer Menge an Interviews.

Beyond iPad: Neue (Interface-)konzepte

Ich bin kein wie @Caschy kein Freund von Copy-Content, also Blog-Inhalten, die nur ein 1:1 umschreiben von Content anderer Sites / Blogs darstellt. Siehe auch Über Blogs. Heute daher eine drei Videos mit meinen Kommentaren dazu. Der Beitrag ist eine lockere Fortsetzung zu Interface-Ideen damals wie heute und iPad als Ersatz für Mircrosoft Surface.

Ein bunter Mix…

httpv://www.youtube.com/watch?v=g7_mOdi3O5E

FranX brachte mich auf die Idee über das Display-Thema nachzudenken. Ist das Display das iPad 1.0 zu groß? Muss es eine 7-Zoll-Version geben? Für mich selbst ist gerade die jetzige Größe ein gutes Argument gewesen. Klar, gern kann die Auflösung höher werden. Aber wozu ein kleineres Display? Als SmartPhone-Ersatz bräuchten wir eher… ein iPhone.

Also kein Argument.

Ich hoffe auf andere Features in der nächsten Version, z.B. gibt es das Gerücht vom alternativen Dockingport. Ein besserer Ständer in Arbeits-Höhe eines Monitors, wie der White Rabbit Gooseneck iPad Stand für ca. 150 Euro kombiniert mit dem Design vom Macally Viewstand wäre für mich eine passende Lösung.

Das unser Verstänidnis von WAS CUTTING EDGE ist sicher nicht bei iPad aufhört, zeigt dieses Video, auf welches ich via golem.de gestoßen bin:

httpv://www.youtube.com/watch?v=oG3tLxEQEdg

Alle Komponenten aus dem Handy-Design sind schon jetzt am Markt vorhanden. Ebenso wie die TED-Technologie aus dem Beitrag Interface-Ideen damals wie heute. Natürlich sind solche Ideen zuerst SEHR Nerdig. Beamer im Handy?

Auch wenn wir noch über solche Bedienkonzepte schmunzeln oder in den WoW-Coool-Modus verfallen… diese Techniken werden wir schon in ein paar Jahren (?) in ersten Mobiltelefonen in Serienreife vorfinden. Aber ist das dann noch ein Mobil-Telefon? Ein Smartphone? Oder mein ganzes Office in der Westentasche?

Ob diese Funktionen in einem Produkt von Apple vereint werden? Keine Ahnung. So schnell der Aufstieg in den letzten 10 Jahren von Apple war, so hart war der Absturz für Sony (Unterhaltungselektronik) und Nokia (Handys). In 10 Jahren kann unser HYPE-Gadget auch von einer anderen Marke stammen. Ich habe mit Absicht meinen Blog PADLive genannt – Für mich sind die Nachfolger der Palms (Handgroßen Modelle) die PADs (Schreibblockgröße).

Ungeklickte Tweets

Ein letztes Video, welches ich schon vor ein paar Wochen, so wie die ersten 2 Videos, via Twitter gepostet hatte, wurde leider nie angeklickt…

[qtweet 24113100272]
httpv://www.youtube.com/watch?v=jmYiVyp5ufU

iGeopix (AppStore Link) iGeopix
Hersteller: CRS4 srl
Freigabe: 4+
Preis: Kostenlos Kaufen / Herunterladen

Noch ein wirklich interessanter Tweet, leider ohne Klicks:

[qtweet 24645982468]

Was mache ich falsch?

Viele Grüße aus Essen,

Gerhard Schröder