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“Folio” der Adobe-Nachfolger des PDF? Ein Blick auf die Oberfläche am Beispiel von Scientific American

Vor einigen Wochen fand ich diesen Beitrag auf golem.de: Next Issue Media – US-Onlinekiosk steht vor der Eröffnung. Ein Kiosk für Zeitschriften, Magazine usw. Die Tage dann in der c´t ein Artikel zu drei technischen Lösungen zur eMagazin-Erstellung. Und mein Beitrag zu FOLIO & Adobe Air liegt seit einer Weile auf Eis.

Also, heute wieder das Thema Zeitschriften auf dem iPad 1, 2… oder 3

Was ist Adobe Air?

“Mit der Laufzeittechnologie Adobe® AIR® 2.5 können Entwickler mit HTML, JavaScript, Adobe Flash® Professional und ActionScript® Web-Anwendungen erstellen, die sich außerhalb eines Browsers als eigenständige Clients ausführen lassen. Mit Adobe AIR, einer Kernkomponente der Adobe Flash-Plattform, verfügen Designer und Entwickler über eine flexible Entwicklungsumgebung, die unzählige Möglichkeiten für die konsistente Bereitstellung von Anwendungen auf mehreren Endgeräten und Betriebssystemen eröffnet. Adobe AIR unterstützt jetzt auch die Betriebssysteme Android™, BlackBerry™ Tablet OS und iOS* für mobile Endgeräte sowie TV-Plattformen.”

Text von Adobe.de

Im kleinen Sternchentext steht: “*Verfügbar in Flash Professional CS5 und Adobe Labs durch Nutzung von Adobe AIR 2 mit dem Packager für iPhone.”

Das Dateiformat trägt den Namen *.Folio. Mit dem Packager für iPhone (und iPad) können die Folio-Dateien in eine eigenständige App umgewandelt werden. Ziel ist es dabei nicht (!) Flash-Inhalte auf dem iPad/iPhone zu transportieren. Es ist jedoch möglich, so wie in PDF oder Flash Inhaltspositionen, Schriften usw. selbst zu bestimmen. Eine Folio-Datei ist so wie ein PDF immer im gleichen Layout und erlaubt viele interaktive Elemente wie Flash. Es ist jedoch, wenn ich es richtig sehe, weder Flash, noch PDF, sonder ein neues Format.

Vor ein paar Tagen sprach ich das *.Folio-Format in meinem Interview auf WasmitBücher.de an. Hier ein paar Bilder zum Folio-Reader auf dem iPad. Ich habe mir dazu die App von Scientific Amercian “Origins And Endings” angeschaut. Dies ist keine Review der kompletten App, sondern mehr ein Blick auf das System im Hintergrund, welches auch von dem Wired-Magazin auf dem iPad genutzt wird.

Der Start

Nach dem Aufruf der App gelangt man auf eine Einstiegsseite und durch ein Blättern/Swipen nach Rechts auf eine Erklärungsseite der App-Bedieung.

Animierte Titelseite mit der Aufforderung weiterzublättern: “Swipe”

Gelungen finde ich die Erklärungsseite schon. Nett fände ich hier statt der Videobotschaft der Chefredakteurin eine Videoeinführung in die Bedienung

Viele Apps bieten unterschiedliche Steuerungen durch die eMagazine, eComics usw. Alle mir bekannten Apps auf Folio-Basis lassen sich gleich Steuern. Das macht es für den Leser leichter: Kein Umgewöhnen beim Lesen.

Für mich noch das größere Manko bei aller “LIEBE” zu Apple:
Auf dem iMac wird jede Funktion standardisiert und die ach so wichtige,
zukunftsweisende Bedienung auf dem iPad bleibt den App-Entwicklern überlassen!

Einige Elemente aus der Kopfnavigation finde ich erwähnenswert, da bei allen Adobe-Folio-Produkten hier ein “Standard” gesetzt wurde. Dieser Standard wird sicher auch bei Android-Apps in Zukunft genutzt werden, wenn Verlage auf Adobe-Folio-Basis Magazine auf den Markt bringen.

Die 3 Buttons LINKS OBEN sind “Home”, “Nächster Artikel” und “Inhaltsverzeichnis”. Diese Navigation ruft man durch das Sechs-Eck-Symbol auf den App-Seiten auf, oder einfach auf den oberen Rand des Contents tippen.

Das Inhaltsverzeichnis erscheint über den Content und erlaubt das direkte Aufrufen eines Artikels.

Dieser Button ist OBEN RECHTS in der Navigation und erlaubt das Aufrufen der bebilderten Inhaltsübersicht, die auch die Navigation in der App zeigt:

Von RECHTS nach LINKS zum Artikel und von OBEN nach UNTEN in einem Artikel

Natürlich kann eine App mehr bieten als die normalen Texte und Bilder aus einem Magazin. Infografiken, Videos, Ton-Dokumente uvm. Einige Artikel in der App nutzen diese Möglichkeiten. Ein Beispiel-Screenshot:

Rote “1″: Durch Tippen auf die linke Box erscheint die Balkengrafik
Rote “2″: Durch Tippen auf das Play-Symbol startet ein Video

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Origins and Endings: Scientific American (AppStore Link) Origins and Endings: Scientific American
Hersteller: Nature America Inc

Freigabe: 12+
Preis: 2.99 € Kaufen / Herunterladen

Origins and Endings (iTunes)

Fazit

Die App bietet einen netten Einblick in einige allgemeine Themenbereiche, kann dabei aber nur an der Oberfläche bleiben. Ich persönlich vermute, das der Verkaufserfolg der App höher wäre, wenn damals passend zu der NASA-Arsen-Lebensformen ein solches App/Magazin produziert worden wäre. Das Material hatte Scientific American sicher zur Hand. Nur der Time-To-Market-Zyklus wäre sehr sportlich. So ist´s eine weitere, nette Technologie-Demo für den Folio-Reader als Grundlage der App.

Was mich an dem Folio-Format stört sind auf jeden Fall die Dateigrößen der Apps auf FOLIO-Basis: Da jede Seite in Landscape- und Portrait-Modus gerendert und abgespeichert wird (als Grafiken) werden die Apps schnell ein paar hundert MB groß, für nur 30-50 interaktive Seiten. Das HTML5-Framework Magaka (Interview) liefert da andere Ergebnisse. Natürlich bietet die App auch Videos usw. die die App “aufblähen”. Das Grund-System ist jedoch durch seine Grafik-Seiten sehr Speicherlastig.

Beispiel für eine Seite in beiden Ansichten:

Portrait-Ansicht

Landscape-Ansicht

Regelrecht störend empfinde ich die festgelegten Schriftgrößen bei der Folio-Lösung. Bei aller Liebe zum Design, Layout und Textumbruch: Wenn mir eine Schrift zu klein ist, möchte ich als Brillenträger, so wie in einem eBook-Reader die Schriftgröße auch in einem eMagazin anpassen können.

Die Tage folgt hier im Blog ein Interview mit Richard Zinken, Verlagsleiter Spektrum der Wissenschaft, dem deutschen Ableger von Scientific American, zu den ersten Tests und Erfahrungen mit dem Adobe Air- / FOLIO-System im Haus. Dabei werden wir auch über der Idee eines Adobe-Zeitschriften-Kiosk sprechen. Sicher auch dazu, ob FOLIO ein Nachfolger für das PDF werden kann.

Disclaimer: Ich habe von 2008 bis 2010 auf Online-Vermarkterseite als Product-Manager für die den deutschen Ableger von Scientific American, Spektrum der Wissenschaft, gearbeitet.

Einige weitere Beiträge zum Thema Zeitschriften auf dem iPad waren:

18 Kommentare

  1. Pingback: App-Flash » “Folio” der Adobe-Nachfolger des PDF? Ein Blick auf die Oberfläche …

  2. Verstehe ich das richtig, dass Folio nicht die App, sondern das Dateiformat ist?
    Mich verwirrt der Sprachgebrauch. Ich dachte App stünde für Applikation, also für ein Programm und nicht für ein Dokument.
    Warum sollte man einem eBook einen Programm-Rahmen verpassen?

    Antworten
    • Habe ich wohl nicht klar genug herausgearbeitet im Beitrag. Danke für den Hinweis.

      FOLIO ist eine Dateiendung / -Format hier auf dem PC / Mac. Die Datei kann mit einem Adobe Air-Reader auf einem PC geladen werden. Adobe bietet eine App-Lösung an, die aus einer Folio-Datei eine App erzeugt.

      Das ganze ist nicht für Bücher = reiner Text, sondern für Magazine = Anordnung von Bildern und Texten nach Wunsch der Redaktion gedacht.

      Hilft Dir diese Info weiter? Muss das später noch im Beitrag ergänzen.

      Du liest wieder im Detail – Danke!

      Gerd

      Antworten

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