Mag10, eine eMagazin-Plattform ohne Zukunft?
Screenshot der Website von Mag10. Dort steht… “WE ARE ON HOLD”.
Website erinnert mich im schlichten Design und der Animation an Path.com.
(Nicht wegen eines Datenschutzthemas!)
Habe gestern im Mag10-Beitrag auf medialdigital.de von Ulrike Langer von dem AUS der Lösung gelesen. Schade! Wie Frau Langer schon schrieb, wäre Mag10 eine Art Gegenentwurf zu den vielen, dezentralen eMagazin-Apps zur Zeit gewesen.
Falls nun die Frage auftaucht, was Mag10 ist? Es gibt ein Vimeo-Video, welches sich leider nicht einbinden lässt: Mag10-Trailer. Mag10 ist eine eMagazin-Lösung, einen technische Plattform aus Deutschland. In den Augen von Frau Langer wohl die einzige Plattform mit einem zentralen Charakter, so wie iBooks. Ein Punkt, den ich auch schon im Beitrag Wo ist die Grenze zwischen eBook und eMagazin? vor ein paar Tagen angesprochen habe: Der “Newsstand” auf dem iPad, als Verteiler-App ist nicht die schönste Lösung.
Deutschland, eMagazin-Land
Dabei lässt sich nun darüber Diskutieren, ob wirklich, wie von Frau Langner angesprochen, die anderen eMag-Lösungen Mag10 aus Usability-Gesichtspunkten die “einzig WAHRE” Lösung sei. Ich kenne nur das Video und mag mir dazu so kein Urteil erlauben.
Das es weitere eMag-StartUps in Deutschland gibt steht wohl nicht zur Debatte. Was wurde aus dem ASIDE-Magazin (mein Interview dazu), vollständig auf HTML5-Basis? Ich sollte nachfragen, ob die zwei Studenten noch “am Start” sind und wie es um ASIDE steht nach dem ersten Hype inklusive TV-Berichten.
Mag10: Keine Investoren für eine zentrale Plattform gefunden?
Inkling (mein Review dazu) hat gerade erst 17 Mio. US-Dollar erhalten. Siehe Free Interactive E-Book Publishing Platform—From Inkling, Not Apple bei PaidContent.org. Auf der Plattform gibt es über 200 interaktive eBooks von Verlagen.
Nun mag der eine oder andere Verlagsmensch denken: Aber das sind doch interaktive e-Bücher und keine e-Magazine. Lösen wir uns ganz kurz von aus der Print-Welt geprägten Begriffen Buch und Magazin/Zeitschrift/Zeitung/etc.
Was bleibt als Grenze zwischen einem interaktiven eBook und eMagazin? Die Erscheinungsweise – Einmalig vs. Periodisch? Was ist dann mit Heftromane wie Perry Rhodan? Oder dem Projekt von BASTEI LÜBBE, Apocalypsis, einem interaktiven Serienroman, der speziell für das iPad programmiert wird?
Worte sind die Grenzen in unserem Köpfen
Vor längerer Zeit sprach ich schon die technische Lösung von Adobe an: FOLIO, am Beispiel von Scientific American. Adobe stellt zur Zeit eine zentrale Servertechnik für die Verlage an, die in dezentrale Apps / Verlags-Kiosk-Apps mündet. Warum es keine zentrale Lösung von Adobe gibt?
Vermutlich weil die meisten Verlage nicht 1:1 neben dem Produkt des Mittbewerbers stehen möchten. Vielleicht, weil die bisherige Content-Strategie dann nicht mehr passen würde? Wir können alle nur Spekulieren. Sollte sich aber ein Markt auftun zwischen den Hardwareanbietern Amazon und Apple für eine Cross-Plattformlösung, die auch von den eMagazin-Verlagen angenommen würde, so gebe ich Adobe da eine gute Chance.
Dann ließe sich die Hürde “Usability” auch nehmen. Oder… möchten die Verlage vielleicht eine “verlagsspezifische Userexperience” für ihre eMags?
