Gebt keinem Mann ein Schwert in die Hand…

Über die Ostertage telefonierte ich mit einem Jugendfreund “Woody”. Man spricht über DAMALS (TM) und was wir zwei HEUTE so erleben. Ich bat “Woody” darum eine Geschichte vom Telefonat mir per Email für diesen Gastbeitrag zuzusenden. Hier ist seine Geschichte…

Es ist schon merkwürdig wie einen die Zukunft immer wieder überraschen kann! Wenn man sich heute so betrachtet, wie sich die Science-Fiction-Autoren das Leben zu Beginn des dritten Jahrtausends vorgestellt haben, kann man nur schmunzeln. Insbesondere George Orwell ist es wert einmal reflektiert zu werden:

Hätte er 1948 einen Roman geschrieben, in dem die äußere Partei durch ein Gerät überwacht wird, welches die Mitglieder freiwillig bei sich tragen und das auch noch „cool“ finden, hätte ihm keiner geglaubt. Wenn Orwell dann auch noch behauptet hätte, dass die Parteimitglieder die Kosten für dieses Gerät selbst tragen würden, ihre Aktivitäten darauf freiwillig und akribisch dokumentierten und diese Daten dann jedermann zugänglich machen würden, hätte man ihn als Spinner abgetan. – So eine Dummheit würde doch keiner begehen, hätten die Leser der damaligen Zeit behauptet. Doch sie sollten alle Unrecht behalten.

Der Anlass für diese Betrachtungen ist die Geschichte eines Freundes von mir, die er mit seinem 19-jährigen Sohn erlebte: Mein Freund ging mit eben jenem Sohn in ein Restaurant. Nach kurzer Zeit tauchte eine Gruppe von Mädchen im Alter zwischen 16 und 20 Jahren auf. Diese waren sehr ausgelassen und schienen irgendwie zusammen zu gehören. Da die Unterhaltung der Mädchen dem Alter entsprechend etwas lauter war, schaute mein Freund recht missmutig. Darauf fragte ihn sein Sohn, ob er wissen möchte, wer die Mädchen waren und was sie zusammen geführt hat. Mit ein paar Gesten auf seinem iPhone aktivierte er eine App und verkündete nach zwei Minuten stolz: „Also die Mädchen heißen … (er nannte alle Namen), sie wohnen … (er nannte alle Adressen), und sie feiern hier den Geburtstag von … (er nannte Namen und Alter).“ Nach ein paar weiteren Minuten hatte er auch heraus gefunden, in welcher Beziehung die Mädchen zueinander standen und als Sahnehäubchen obendrauf präsentierte er noch ein ganze Menge Bikinifotos der Truppe, die er auf den Facebookseiten gefunden hatte. Jetzt hätte man sich nur noch eine nach persönlichem Gusto aussuchen brauchen. Alles andere wusste man schon.

Viel Spaß in der schönen neuen Medienwelt –
ach nee, das war Aldous Huxley, der Professor von Orwell.
(verf. von E. Goldstein)

“Gebt keinen Mann ein Schwert in die Hand, der nicht TANZEN kann.” An dieses Zitat musste ich sofort denken, als “Woody”, ein Wenig-PC-und-Non-SmartPhone-Nutzer mir seine Geschichte erzählte. Das Schwert der Daten…freigabe. Und wie sich mit den Jahren die Sicht von Freunden auf die bunte Welt der Technik wandelt.

Veröffentlicht von

kreativekk.de

Im Einsatz: New iPad und iPhone 4S. Schwerpunkt: iPhone-Videofilmen und iPad-eBook-Lesen. Wer mag, folgt via Twitter, Google+, Youtube, oder RSS-Feed.

Hinterlasse eine Antwort


Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>